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Dienstag, 6. August 2013

Musikantenstadl

Als vor kurzem meine Schweser zu Besuch war, wollte sie unbedingt ins Musikinstrumenten Museum hier in Berlin. (Was wir nicht so alles haben!)
Wer von euch kennt denn eine Pochette? Oder wie wäre es mit der Diskantpommer, dem Virginal, dem krummen Zinken, dem Hackbrett oder einem Mixturtrautonium? Klingt alles komisch? Sind alles Instrumente, von denen wir noch nie gehört hatten. Und das heißt was, stamme ich doch aus einer reinen Musikerfamilie. Und nicht nur allerlei gespielt wurde bei uns, meine Mama hat auch gerne alle möglichen Instrumente gesammelt. Neben Geigenschrank und Cello, Flügel und Orgel, Gitarren in allen Größen, gabs bei uns auch noch Spinett, Mandolinen, Lauten. Meine kleine Schwester ist Harfenistin, und macht das Spiel auch gerne mit, Ukulelen, Percussion Instrumente, you name it, irgendwer in meiner Familie hat es (und spielt es wahrscheinlich). Umso erstaunlicher, dass wir beide in diesem Museum so unglaublich viele Instrumente vor Augen geführt bekommen haben, von denen wir noch nie auch nur ein Wörtchen gehört hatten. Kommt bestimmt alles aus dem Busch von vor 2000 Jahren? Pustekuchen. Alles heimische europäische und überwiegend deutsche Instrumente seit dem 16. Jahrhundert. Selbst ein E-Flügel ist vertreten, die ersten Synthesizer und die schönste Cembali Sammlung, die ich je gesehen habe.
Donnerstags abends gibt es eine öffentliche Führung - sehr beeindruckend, setzt sich dieser Mensch doch gefühlt an jedes dieser alten Instrumente, und spielt erstmal was vor (. . .). Und wer es zur Führung nicht schafft, sollte sich definitiv vom Audio Guide durch die Ausstellung führen lassen. Denn: Klangbeispiele! So kann man sie dann alle hören, die man noch nicht kannte - Serpent, Trumscheit, Schalmei, Theorbe oder das Hamburger Cithrinchen.
Am meisten beeindruckt hat mich jedoch der Mighty Wurlitzer - eine gigantische Kino-Pfeifenorgel aus den 1920ern, mit 1228 Pfeifen durch den ganzen Raum verteilt, ein Schlagwerk von Xylophon, zu Marimba Harp und Snare Drum, eine ganze Reihe Klangeffekte von Donnerschlag bis Vogelgezwitscher, einer elektrischen Gebläsemaschine im Keller, und alles über 3 Etagen verteilt. Benutzt wurde sie damals natürlich zur Untermalung von Stummfilmen - und konnte somit irgendwie schon damals Dolby Surround.
Am 31. August tut sie das auch wieder - da wird sie zu einer Mitternachts-Stummfilmvorführung angeworfen, und ich werde ganz weit vorne sitzen.

Musikinstrumenten Museum Berlin / Tiergarten Straße 1 (Eingang Ben-Gurion-Straße) / S+U Potsdamer Platz

Mittwoch, 24. April 2013

Freiwild

Endlich geschafft! Soooo lange wollte ich schon hier hin: Ins wunderschöne Gaslaternen Freilichtmuseum im Tiergarten ♥ Hier stehen seit 1978 ca. 90 Laternen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern, die ältesten von 1826. Von ganz geschwungenen alten Kandelabern zu ganz schlichten Schwanenhals Laternen, in dieser Form ist das Freilichtmuseum das größte Museum seiner Art. Und verbinden kann man das mit einem zauberhaft romantischen Abendspaziergang im Tierpark; Die Laterne seiner Heimatstadt suchen und dabei den Sonnenuntergang bestaunen - mit der Dämmerung summen sich die Laternen auch eine nach der anderen zum Leben :) 


Gaslaternen Freilichtmuseum / Straße des 17. Juni/Ecke Klopstockstraße / S Tiergarten

Samstag, 9. März 2013

Buchstaben


... deshalb hab ich mich auch übelst gefreut, als ich das Buchstaben Museum am Alexanderplatz entdeckt habe. 

Das süße winzigkleine Museum ist von oben bis unten vollgepackt mit riesengroßen Neonbuchstaben. Manche sind alte U-Bahn Schilder, andere alte Reklamen. Alle werden sie hier gesammelt, restauriert und vor der Verschrottung bewahrt, erzählen Stadtgeschichte und geben einen Einblick in vergangene Epochen. Das ganze Konzept entspringt einer Diplomarbeit zweier Cottbusser Alumni, und so wird hier alles gesammelt, was typografisch mal in Berlin rumhing. Selbst das kaputte, malträtierte, explodierte "E" aus dem Film "Inglorious Basterds" hat es bis hier hin geschafft! Bestaunen darf man die kleine große Sammlung im OG des Berlin Carré gegenüber vom Fernsehturm, und ich bin ganz schon doll verliebt

Buchstaben Museum / Karl-Liebknecht-Straße 13 im Berlin Carré / S+U Alexanderplatz











Sonntag, 13. Januar 2013

"Keeeeeekseeee!"

Seit gestern bin ich näher an der 30 als der 20, und um diesen Umstand zu feiern begab ich mich in das süßeste. kitschigste, niiiiedlichste Café, das mir eingefallen ist.

In die Zuckerfee 
Die Zuckerfee ist ein kleines Kuschel-Café in Prenzlauer Berg nahe der Schönhauser Allee. Lila Wände, goldener Stuck, bunte filigrane Kronleuchter, gebrannte Mandeln, Sternchenpralinen, tiefe schwere Ledersessel an runden Holztischen und das Frühstück (das hier wirklich unglaublich an Schlaraffenland erinnert) wird auf Etageren serviert. Das Essen ist wirklich der Hammer, denn in der Zuckerfee mag man es gerne süß: Von frisch zubereiteten Pancakes mit heißen Himbeeren und Vanillesauce, über in Kokosmilch gebadete French Toasts mit Ananas Sauce, zu Omeletten gefüllt mit Blauschimmelkäse, Bacon, Apfel und Rucula. Dieser Heidelbeer Smoothie war der leckerste, den ich je hatte und das "Sugarplum Fairy" Frühstück ein reiner Augenschmaus... Ich werde immer, immer, immer wiederkommen.

Zuckerfee / Greifenhagenerstraße 15 / U2 Schönhauser Allee







Danach gings zurück in meine Kindheit 
Im Museum für Film und Fernsehen im Sony Center am Potsdamer Platz ist zur Zeit die Sesamstrasse zu Besuch . Zum 40. Jubiläum im Deutschen Fernsehen sind in der ständigen Ausstellung des Museums die Puppen und einige der Requisiten ausgestellt. In kleinen Kabinen kann man die ersten 12 Originalfolgen aus den 70ern anschauen und es gibt eine gigantische und sehr amüsante Videoinstallation zu bewundern. Wer nicht in die anderen Ausstellungen möchte, kommt hier sogar umsonst hinein, es lohnt sich also auch für alle, die nicht ganz so ein großer Fan von Ernie, Bert, Krümelmonster und Oskar sind, wie ich. Samson, Tiffy und Co. findet man dort noch bis zum 7. April an. Quietsche Entchen, nur mit diiiiiiir...







Ausgeklungen mit einem Lush und einem Kinobesuch war es wirklich der schönste Geburtstag 

Montag, 29. Oktober 2012

Comic Leben

Wir waren am Wochenende doch endlich noch ganz knapp bevor sie wieder weg war in der Comic Life Ausstellung im Museum Europäischer Kulturen. Die gabs hier schon seit Mai, aber irgendwie schaff ich das immer nur auf den letzten Drücker.

Die Ausstellung begleitet sieben Menschen, deren Leben sich um Comics dreht. Der Zeichner, der Verleger, der Sammler, die Cosplayerin, die Autorin, der Gallerist, der Comic Kritiker. Besonders Illustrator Marko Djurdjevic, der wieder in Berlin lebt, bildet für mich den optischen Mittelpunkt der Ausstellung mit seinen Marvel Titelblatt Illustrationen. Überall liegen Leseexemplare aus, die Ausstellung wird begleitet von Videoclips zu allen Themen mit Interviews und Einsichten, und selbst Comics aus dem 18. Jahrhundert hängen an den Wänden! So werden US Comics, Manga, Independent Comics, Graphic Novels und selbst die alten Fix und Foxys, Mickey Mouse und Mosaik Hefte beleuchtet.

Ich bleib ja dabei, ich finde es richtig super, dass mittlerweile auch all die modernen und wirklich tatsächlich zeitgenössischen Hobbies wie eben Comics, Street Art, Animé, ihren Weg in die Museen finden oder Videospielmusik Konzerte in den großen Philarmonien gehalten und dort ganz selbstverständlich behandelt werden. Das ist mal ne richtig schöne Entwicklung :)

Die Ausstellung wurde begleitet von Zeichner-Workshops, Vorträgen und sogar Comiclesungen! Vielleicht schaffe ich es demnächst auch mal, früh genug in diese wunderbaren Ausstellungen zu gehen, um daran auch teilzunehmen, ehem.
 










Aber auch das Museum für Europäische Kulturen selbst ist sehr zu empfehlen. Vollgestopft mit Folklore Trachten, einer venezianischen Gondola, der Geschichte der Entwicklung Europas und zwei wirklich gelungene Figuren von "Europäern".