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Sonntag, 13. Januar 2013

"Keeeeeekseeee!"

Seit gestern bin ich näher an der 30 als der 20, und um diesen Umstand zu feiern begab ich mich in das süßeste. kitschigste, niiiiedlichste Café, das mir eingefallen ist.

In die Zuckerfee 
Die Zuckerfee ist ein kleines Kuschel-Café in Prenzlauer Berg nahe der Schönhauser Allee. Lila Wände, goldener Stuck, bunte filigrane Kronleuchter, gebrannte Mandeln, Sternchenpralinen, tiefe schwere Ledersessel an runden Holztischen und das Frühstück (das hier wirklich unglaublich an Schlaraffenland erinnert) wird auf Etageren serviert. Das Essen ist wirklich der Hammer, denn in der Zuckerfee mag man es gerne süß: Von frisch zubereiteten Pancakes mit heißen Himbeeren und Vanillesauce, über in Kokosmilch gebadete French Toasts mit Ananas Sauce, zu Omeletten gefüllt mit Blauschimmelkäse, Bacon, Apfel und Rucula. Dieser Heidelbeer Smoothie war der leckerste, den ich je hatte und das "Sugarplum Fairy" Frühstück ein reiner Augenschmaus... Ich werde immer, immer, immer wiederkommen.

Zuckerfee / Greifenhagenerstraße 15 / U2 Schönhauser Allee







Danach gings zurück in meine Kindheit 
Im Museum für Film und Fernsehen im Sony Center am Potsdamer Platz ist zur Zeit die Sesamstrasse zu Besuch . Zum 40. Jubiläum im Deutschen Fernsehen sind in der ständigen Ausstellung des Museums die Puppen und einige der Requisiten ausgestellt. In kleinen Kabinen kann man die ersten 12 Originalfolgen aus den 70ern anschauen und es gibt eine gigantische und sehr amüsante Videoinstallation zu bewundern. Wer nicht in die anderen Ausstellungen möchte, kommt hier sogar umsonst hinein, es lohnt sich also auch für alle, die nicht ganz so ein großer Fan von Ernie, Bert, Krümelmonster und Oskar sind, wie ich. Samson, Tiffy und Co. findet man dort noch bis zum 7. April an. Quietsche Entchen, nur mit diiiiiiir...







Ausgeklungen mit einem Lush und einem Kinobesuch war es wirklich der schönste Geburtstag 

Montag, 29. Oktober 2012

Comic Leben

Wir waren am Wochenende doch endlich noch ganz knapp bevor sie wieder weg war in der Comic Life Ausstellung im Museum Europäischer Kulturen. Die gabs hier schon seit Mai, aber irgendwie schaff ich das immer nur auf den letzten Drücker.

Die Ausstellung begleitet sieben Menschen, deren Leben sich um Comics dreht. Der Zeichner, der Verleger, der Sammler, die Cosplayerin, die Autorin, der Gallerist, der Comic Kritiker. Besonders Illustrator Marko Djurdjevic, der wieder in Berlin lebt, bildet für mich den optischen Mittelpunkt der Ausstellung mit seinen Marvel Titelblatt Illustrationen. Überall liegen Leseexemplare aus, die Ausstellung wird begleitet von Videoclips zu allen Themen mit Interviews und Einsichten, und selbst Comics aus dem 18. Jahrhundert hängen an den Wänden! So werden US Comics, Manga, Independent Comics, Graphic Novels und selbst die alten Fix und Foxys, Mickey Mouse und Mosaik Hefte beleuchtet.

Ich bleib ja dabei, ich finde es richtig super, dass mittlerweile auch all die modernen und wirklich tatsächlich zeitgenössischen Hobbies wie eben Comics, Street Art, Animé, ihren Weg in die Museen finden oder Videospielmusik Konzerte in den großen Philarmonien gehalten und dort ganz selbstverständlich behandelt werden. Das ist mal ne richtig schöne Entwicklung :)

Die Ausstellung wurde begleitet von Zeichner-Workshops, Vorträgen und sogar Comiclesungen! Vielleicht schaffe ich es demnächst auch mal, früh genug in diese wunderbaren Ausstellungen zu gehen, um daran auch teilzunehmen, ehem.
 










Aber auch das Museum für Europäische Kulturen selbst ist sehr zu empfehlen. Vollgestopft mit Folklore Trachten, einer venezianischen Gondola, der Geschichte der Entwicklung Europas und zwei wirklich gelungene Figuren von "Europäern". 




Dienstag, 16. Oktober 2012

I can be your hero, baby

Wir waren diese Woche endlich (!) bei der Helden Ausstellung im Museum für Film und Fernsehen (das ich sowieso nur jedem fellow Filmfreund wärmstens ans Herz legen kann) , auf die ich mich schon so furchtbar lange gefreut hatte.


Angesetzt ist die Ausstellung für Kinder von 4 - 14 Jahren. Wobei ich mich durchaus frage, ob Kinder in dem Alter mit Sailor Moon, Pippi, Wonder Woman, Mario, Bernd das Brot und Pokemon tatsächlich etwas anfangen können - sind das doch eher Helden meiner/unserer Generation. Für die Kinder gab es auf jeden Fall kleine Quizhefte zum ausfüllen und stöbern quer durch die Ausstellung, kleine pinke Lillifee Zelte mit Miniatur Fernsehern die Folgen ausstrahlten und eine Werkbank, an der die Kinder mit Stoffresten ihre eigenen Superhelden Kostüme entwerfen konnten, und für mich einen ganzen Haufen Nostalgie.

Nebenbei war das ganze auch noch schön informativ, der soziologische Sinn von Helden in der Popkultur und deren genereller Architektur ein wenig beleuchtet (alles beginnt mit dem Aufbruch, bis auf Pippi haben sie eigentlich alle ziemliche Zweifel, etc etc), die Helden waren nach Ländern unterteilt, somit gabs nicht nur die allseitsbekannten Europäischen, Nordamerikanischen und Japanischen Ikonen sondern auch die weitaus unbekannteren Kuwaitischen oder Indischen Übermenschen auf den kleinen Bildschirmen zum bestaunen (Die ich wirklich richtig spannend fand, besonders die 99 islamischen Superhelden, die alle jeweils einen Aspekt Allahs verkörpern) und der Bezug zum Ursprung des Heldenmythos in der griechischen Mythologie als UrVäter aller Superman und Starker-Typ-Rettet-Die-Welt Geschichten wurde auch gezogen.

Abgerundet wurde zu guter Letzt das ganze mit ein paar Beispielen von "Alltagshelden", Menschen die sich für eine bessere Welt engagieren und lauter Auszügen aus den Serien und Filmen.

Fazit: Mochte ich :) Vorallen Dingen hat es für mich auch ein wenig die Animé Ausstellung ergänzt, die ich Anfang diesen Jahres in Bonn besucht hatte und mir ebenso gefallen hat.

Bestaunen kann man das Ganze noch bis zum 21. Oktober, also hopp hopp!




Ganz bald gibt es an selber Stelle dann noch eine Ausstellung, auf die ich kaum warten kann: .... *drum roll * .... 40 JAHRE SESAMSTRASSE!!!! :) oh, oh, oh, ich freu mich so.

Sonntag, 23. September 2012

Art & Toys

Dass ich diese Ausstellung ganz schön klasse finden würde, war ja nu irgendwie logisch.
Eine riesige Ansammlung von Street Art, japanischen Designer Toys, Action Figuren und anderem Nippes, alles schön augenzwinkernd, politisch und sozialkritisch, voller Popculture Referenzen und urbaner Pop Art.

Die Sammlung der Ausstellung "Art & Toys" gehört Selim Varol, einem Düsseldorfer Café Betreiber, (Tokyo heißt das, ich muss unbedingt mal hin!) der seine Sammelstücke normalerweise nur in eben jenem Lokal und auf einer designierten Wand seiner Wohnung ausstellt; der Rest wird eingelagert. Und "Der Rest" ist eine ganze Menge. Mit ca. 15 000 Figuren ist es eine der größten Sammlungen Europas (Wer jedoch DIE größte Sammlung besitzt, habe ich nicht rauskriegen können. Mag mich irgendwer schlauer machen?), ca 3 000 finden sich zur Zeit im Me Collectors Room in Mitte wieder. Und das alles mal so beisammen zu sehen, findet auch Varol ganz schön klasse.

So finden sich hier neben Banksys und Arbeiten von Blek le Rat auch in Papstkutten gekleidete Michael Jackson Barbies umringt von Fidel Castro, Hitler, Che Guevara und einem Stormtrooper. Ein Jesus auf ein TV Testbild-farbenes Kreuz genagelt, Marge Simpson als Mona Lisa, kleine dicke Ronald McDonalds neben einer großen Plastik Warhol-Marilyn mit Pluto-Hupen, eine amerikanische Flagge aus Pillenkapseln gebastelt, ein Schiff mitten im Raum voller Designer Toys in Kinder-Größe, darunter in Form von Mr. Spock, den Beatles oder Sponge Bob.

Alles hat angefangen als seine Mutter, als er 12 war, sein Kinderzimmer aufgeräumt hat, und seine ganzen Sammelfiguren, von Star Wars bis Batman, mal eben so in die Tonne gekloppt hat. "Sie dachte, ich wär zu groß dafür", heißt es, und danach hat er kompensiert.

Wer das Ergebnis dieser Überkompensation noch ansehen möchte, kann dies noch bis zum 14. Oktober tun. Es lohnt sich.
















Samstag, 1. September 2012

Von der Selbst-Mach-Austellung zum kalten Krieg


Wir haben es heute doch (endlich) noch in die Do It Yourself Ausstellung im Museum für Kommunikation geschafft.



Ich find das ganz schön hervorragend, dass Guerillia Gardening, Urban Knitting, Etsy & DaWanda, Stencils und Billy Regale es mittlerweile ins Museum schaffen.

Die Ausstellung ist sehr schön aufgebaut, man wird zuerst an den Definitionen von Amateur, Laie und Dilettant  vorbei geschleust, alles Wörter, die erst mit der Zeit negativ konnotiert wurden und doch eigentlich von der Liebe zum Tun und der Beschäftigung der Allgemeinheit sprechen. In einem interaktivem Quiz gilt es herauszukriegen was für ein DIYler man denn ist, der Tüftler, der Bastler, der Handwerker, der Prakmatiker (Ich bin ein Bastler. Für mich ist Selber Machen eine Lebenseinstellung. Ach was.)
Im Ausstellungsraum selber gibts es ne Menge  sehr informative Video Installationen, zu Themen von kreativem Aktivismus und Protest zu Hardwarebasteln, Pirate Radio, Geschichte der Bewegungen und der heutigen kontroversen Informationsverbreitung via facebook, wikipedia, twitter und Co. Alles sehr schön visuell aufbereitet und voller Augenzwinkern. Draußen gibt es dann direkt noch eine Computer Station, wo an mehreren PCs direkt der Blog und das Forum der Ausstellung aufgerufen werden kann.
Es gibt ein Tüftlerlab, eine Mitmach-Station, und über die ganze Zeit der Ausstellung einige Workshops. Außerdem gibt es vorallendingen eine große Bibliothek vollgespickt mit den meisten der Selbermachbücher, um die ich schon so lange herum schlawenzele, aber doch irgendwie nie genug Geld habe sie mir zu kaufen und jetzt mal die Chance hatte ganz lange und ausführlich darin rumzublättern.

Und so habe ich heute gelernt wie man ein Hochbett selbst baut, wie man aus alten Vinyl Platten Schüsseln biegt, wie man aus Händen liest, wie man ein Krawatte richtig bindet und Wunden schminkt, wie man verdammt clever Marmeladengläser als Stauraum unter Regalbretter integriert, wie man Temaki verpackt, wie man aus alten Konserven Lampen und Laternen zaubert, wie man aus einer alten aber noch funktionsfähigen Kamera eine Infrarotkamera baut, wie man Knöpfe und Spangen aus einer alten Computertastatur bastelt, wie man Zahnräder aus altem Elektroschrott herbergt, wie man mit zwei Scherenschnitten aus einer alten Tischdecke eine Tunika schneidert, wie man Stencils auch ohne Farbe und nur mit Wasser auf die Wand transferiert, wie man USB Sticks neu ummantelt und aus was man Seedbombs noch so machen kann, wenn man einfach keinen Lehm in dieser Stadt zu kaufen findet(Hat jemand einen Tipp??).

Ich war also ziemlich begeistert.

Dieses Wochenende ist die Ausstellung noch in Berlin zu sehen, danach zieht sie von dannen und man findet sie dann erstmal nurnoch in Dortmund für eine Weile.







Einen guten Bericht über die Ausstellung und das DIY Phänomen gabs im rbb bei Stilbruch:


Und wo gehts nach so einem inspirierendem Museumsbesuch hin?

NATÜRLICH WAFFELN ESSEN!

Das kleine Eiscafé Kalter Krieg ist um die Ecke vom Museum für Kommunikation, am Checkpoint Charlie. Wegen der Lage ist das ganze sehr touristisch und dementsprechend teuer, das tut dem guten Geschmack aber trotzdem nichts ab. Die sind nämlich grandios, grandios, grandios! Weil wir warten mussten, bis neuer Teig fertig war, gabs auch zwei Eiskugeln umsonst dabei. Das ist selbstgemacht und verdaaaaammt lecker. Süß sieht der Laden dazu auch noch aus. Wem das ganze Touristen Getümmel also nichts ausmacht, der sollte mal vorbeischauen.