Montag, 28. April 2014

Reisetagebuch: ...wie die Sonne überm Fujiyama... ♫

Und weiter gehts mit meinem kleinen Japan Reisebericht :) Unser zweiter Stopp nach Tokyo war  Fujikawaguchiko. Ein wirklich kliiiiitzekleiner Ort um den Kawaguchiko See am Fuß des Fuji, komplett mit Tretböötchen, Seilbahn, einer winzigen Karaoke Bar (natürlich), einem Museum für Spieluhren und anderen Musikautomaten und einem Heidi Theme Café (of course. Sind ja in den Bergen und so.). Na, und dem See. Und Fuji.
Dieser Teil unseres Urlaub war also ziemlich der Entspannungsteil. Und was für ein Entspannungsteil! Unser Hotel hatte in der obersten Etage einen hauseigenen Onsen. Ein Onsen, das ist ein traditionell japanisches Badehaus. Hier am Fuji auch ganz wie sich das gehört mit Vulkanwasser angefeuert, also ordentlich heiß, und für mich der Grund, warum ich unbedingt hier hin wollte.
Unser Hotel (mit dem sehr kreativen Namen: Hotel Kawaguchiko) lag direkt am See, war furchtbar schnuckelig und hatte sogar traditionelle Schlafzimmer, komplett mit Futon, Tatami Matten und aufm Boden rumsitzing. Und nicht zu vergessen: Dem Onsen im Dach, aber von dem schwärme ich euch gleich noch weiter vor. Dazu muss man sagen: Ich bin ja eigentlich gar kein Hotel Reiser. Solch dekadenten Luxus bin ich nicht gewohnt und am Ende präferiere ich fast immer das Hostel mit viel Leben und viel Abenteuer, aber so ein wenig Pampering zwischen Städtetrip nach Tokyo und Städtetrip nach Osaka, muss ich zugeben, hatte schon nicht nur was sondern ziemlich viel.
Direkt am See fährt eine Seilbahn auf einen Aussichtspunkt, der die beste freie Sicht auf den Fuji bietet. Jedes Jahr im Juli kann man den auch besteigen, wenn das Wetter es erlaubt und die Schneedecke etwas flügge geworden ist. Aber von draußen drauf gucken ist auch schon sehr erhabend.
Es ist schon unglaublich, wie sehr die Japaner sich mit ihrem Fuji-san identifizieren, ihn als Mittelpunkt für alle möglichste Kunst und Kultur nehmen (und so ist es auch nicht verwunderlich, dass er von der UNESCO als kulturelles und nicht natürliches Weltkulturerbe eingestuft wurde) und er Kulisse und Inspiration für zahlreiche Sagen und Legenden bietet. So können die Kanji für Fujiyama 富 士 auch als Wohlstand, Überfluss und "Mann mit gewissem Status" gelesen werden. Er wird regelrecht verehrt, von Land und seiner Kunst. Meine liebste Fujigeschichte: So ist er auch Schauplatz der ältesten japanischen Erzählung, in der die Mondprinzessin Kaguya-hime ein Elixir der Unsterblichkeit auf seinem Gipfel hinterlässt, den der Kaiser eben dort auf dem Berg verbrennen lässt, der dem Himmel am nächsten sei. Deshalb, so sagt man, raucht der Fuji schwarz. Und der Name Fuji entspringe etymologisch dem Wort unsterblich.
Und ja, er ist definitiv aktiv! Er raucht und pufft und macht Watte-Wölkchen.
Den See selbst kann man mit allerlei Böötchen seiner Wahl befahren. In unserem Fall ganz kitschig: Schwan. Manche Sachen sind halt doch überall auf der Welt gleich. Und um die Ecke gibt es das große Spieluhren Museum, in dessen Mitte man sich ein wenig fühlt wie in Frankreich, nur skuriler, mit Opernsängerin im Innenhof, ein ganzes Haus als Musikanlage, mit Glockenspiel und Brunnen-Lichtshow, ein nachgebautes Versailles, das Puppen tanzen lässt, ein Automaton, der nicht nur Klavier spielt sondern gleichzeitig 3 Geigen betätigt und ein Glockenspiel, das größer ist als meine ganze Wohnung.
In der Umgebung wird es dann aber wieder zunehmend wie man sich Japan so vorstellt. Hier und da ein Shinto-Schrein, große überwältigende Aussichten auf den Fuji bei langen Spaziergängen um den See. Schönst. <3.
Aber mein Highlight bleibt: Der Onsen. Viel Zeit hier drin verbracht. Traditionell geht man nackt, schrubbt sich zuvor auf Minihockern wund und pink und es gibt keinen Ort, an dem man anscheinend mehr japanische Etikette verletzten könnte wie hier, aber am Ende ist es so extrem entspannend und man fühlt sich schon ein bisschen japanisiert, wie man da mit seinem Waschlappen in seinem Baumwollkimono-Bademantel steht und in den Onsen tappst. Und da er im Hotel und 24 Std offen war, wurde er sehr ausgiebig genutzt.
Die nächst höhere Stufe wäre dann nurnoch ein Onsen in einem Ryokan - solche die draußen sind direkt auf heißem Stein. Das machen wir dann nächsten Japan Urlaub.
Der nächste Reisetagebuchteil geht dann auch wieder Ereignisreicher weiter, in Osaka, ganz bald :)

Kommentare:

  1. Oh, schon wieder so tolle Bilder! Ich glaube, ich muss auch unbedingt mal nach Japan!
    Liebe Grüße!

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  2. Man geht nackt?? Ernsthaft jetzt? Also - männlein und Weiblein zusammen? Ich bin gerade total irritiert, weil Du meine Klischeebilder völlig durcheinanderbringst. Davon abgesehen, dass ich beim Schielen auf Deinen vorherigen Post ganz grün vor Neid geworden bin, sind diese Fotos und Geschichten ganz großartig! Danke! :)

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  3. Jap. Durch und durch nackig. Allerdings auch streeeeenngstens geschlechtergetrennt. 2 verschiedene Bäder mit verschiedenen Eingängen - und gemischte Bäder gibt es gleich so selten, dass sie direkt berühmt sind. Eins z.b. gibt es in Gotenba. Da gehen dann aber auch meist nur Familien unter sich hin.So erschütterungswürdig ist das also nicht ;) und hallo meine liebe! !!

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